Informattionen zu Windows 365 Frontline Konfigurationen
Windows 365 Frontline ermöglicht es Ihnen, Cloud-PCs in unterschiedlichen Leistungsklassen bereitzustellen. Je nachdem, welche Anforderungen Ihre Mitarbeitenden oder Anwendungen haben, können Sie passende Kombinationen aus Prozessorleistung, Arbeitsspeicher und Speicherplatz auswählen. Ihre Auswahl entscheidet letztlich über Performance und Kapazität des virtuellen Systems.
Verfügbare Optionen
- vCPU: Virtuelle Prozessorkerne zwischen 2 und 16 vCPUs
- RAM: Arbeitsspeicher von 4 GB bis 64 GB
- Speicher: SSD-Speichergrößen zwischen 64 GB und 1 TB
Grafikoptionen (GPU)
Zusätzlich zu den regulären Hardwareprofilen lassen sich verschiedene Grafikpakete auswählen:
- GPU Standard: Basisgrafikleistung für einfache grafische Aufgaben.
- GPU Super: Verbesserte Grafikpower für Videoverarbeitung oder 3D-Anwendungen.
- GPU Max: Höchstleistungsgrafik für Machine Learning, CAD oder komplexe Visualisierungen.
Wählen Sie die Ausstattung entsprechend dem Einsatzgebiet aus. Für typische Office-Anwendungen sind kleinere Konfigurationen ausreichend. Bei datenintensiven oder grafisch anspruchsvollen Workloads sind höhere vCPU-, RAM- und GPU-Profile empfehlenswert.
Windows 365 Frontline: Der ultimative Leitfaden für Cloud PCs 2025
Windows 365 Frontline revolutioniert seit Juli 2023 die Art und Weise, wie Unternehmen Cloud PCs für Schichtarbeiter und Teilzeitkräfte bereitstellen. Anstatt für jeden Mitarbeiter eine separate Lizenz zu erwerben, ermöglicht diese innovative Lösung die gemeinsame Nutzung von Lizenzen basierend auf der tatsächlichen Aktivität.
Dieser Leitfaden behandelt alle wichtigen Aspekte von Windows 365 Frontline: von den technischen Voraussetzungen über die Funktionsweise des Lizenzmodells bis hin zu konkreten Anwendungsfällen. Zudem werden die Unterschiede zu anderen Windows 365 Varianten sowie praktische Tipps zur Verwaltung und Optimierung ausführlich erläutert.
Voraussetzungen für Windows 365 Frontline
Für die erfolgreiche Implementierung von Windows 365 Frontline müssen Unternehmen bestimmte technische und administrative Voraussetzungen erfüllen. Diese Grundlagen sind entscheidend für einen reibungslosen Betrieb und die effiziente Verwaltung der Cloud PCs.
Microsoft Entra ID und Intune Anforderungen
Die Basis für Windows 365 Frontline bildet ein funktionierender Microsoft-Ökosystem. Zunächst benötigen Unternehmen einen gültigen und funktionierenden Microsoft Entra ID und Intune Mandanten. Diese Infrastruktur dient als Fundament für die Identitätsverwaltung und das Gerätemanagement.
Microsoft Entra ID fungiert dabei als zugrundeliegender Identitätsdienst für die Bereitstellung und Sicherung aller Anwendungen und Ressourcen. Benutzer müssen über eine in Microsoft Entra ID existierende Identität verfügen, um auf die Microsoft 365-Anwendungen zugreifen zu können. Falls die Identitäten der Frontline-Mitarbeiter über Active Directory Domain Services oder einen Drittanbieter verwaltet werden, müssen diese Identitäten mit Microsoft Entra ID verbunden werden.
Für die Geräteregistrierung gilt: Die Intune-Standardeinschränkungen müssen so konfiguriert sein, dass die Windows-Plattform (MDM) für die Unternehmensregistrierung zugelassen wird. Diese Einstellung ist notwendig, damit die Cloud PCs ordnungsgemäß registriert und verwaltet werden können.
Benötigte Administratorrollen
Die Verwaltung von Windows 365 Frontline erfordert spezifische Administratorrechte. Um Cloud PCs zu konfigurieren und bereitzustellen, benötigen Administratoren die Rolle "Cloud PC Administrator" in Microsoft Intune oder alternativ eine der folgenden Rollen in Microsoft Entra ID:
- Global Administrator
- Intune Administrator
- Windows 365 Administrator
Vor der Bereitstellung von Frontline-Benutzern empfiehlt es sich, neue Administratorkonten zu erstellen oder bestehende Administratorkonten in Microsoft Entra ID zu überprüfen und zu aktualisieren. Dies stellt sicher, dass die richtigen Berechtigungen für die Verwaltung vorhanden sind.
Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Verwaltung der Cloud PCs ausschließlich über das Microsoft Intune Admin Center erfolgen muss. Die Administration über andere Plattformen ist nicht vorgesehen.
Kompatible Lizenzen und Abonnements
Für die Nutzung von Windows 365 Frontline sind mehrere Lizenzen erforderlich. Jeder Benutzer muss über folgende Grundlizenzen verfügen:
- Windows 10 Enterprise oder Windows 11 Enterprise
- Microsoft Intune
- Microsoft Entra ID P1
Außerdem müssen die Benutzer der Microsoft Entra Sicherheitsgruppe in der Bereitstellungsrichtlinie hinzugefügt werden, um ihren Cloud PC verwenden zu können. Für die Verwaltung der Cloud-PC-Konfigurationen ist eine Windows 365 Enterprise- oder Frontline-Lizenz notwendig.
Die erforderlichen Lizenzen für Intune und Microsoft Entra ID P1 sind bereits in folgenden Microsoft 365-Abonnements enthalten:
- Microsoft 365 Business Premium
- Microsoft 365 F3, E3, E5 (einschließlich Versionen ohne Teams)
- Microsoft 365 G3, G5
- Microsoft 365 A3, A5
- Microsoft 365 Education Student Use Benefit
Alternativ können Intune und Microsoft Entra ID P1 auch separat erworben werden. Wichtig ist zu beachten, dass Windows 365 Frontline ein eigenständiges Produkt ist und nicht den Lizenzberechtigungsbedingungen für Microsoft 365 F1/F3 oder den Windows-Nutzungsrechten für Microsoft 365 F3 unterliegt. Benutzer mit einer Microsoft 365 F3-Lizenz können ihre vorhandene Lizenz für Frontline-Mitarbeiter weiterhin nutzen, ohne zu Windows 365 Frontline wechseln zu müssen.
Die Lizenzzuweisung kann entweder individuell oder gruppenbasiert erfolgen. Für Frontline-Mitarbeiter ist die Gruppenzuweisung die skalierbarste Methode. Hierbei können einer Gruppe eine oder mehrere Produktlizenzen zugewiesen werden, was die Verwaltung größerer Teams erheblich vereinfacht.
Was ist Windows 365 Frontline?
Microsoft Windows 365 Frontline erweitert das bewährte Cloud PC-Konzept und bietet eine Lösung, die speziell für Organisationen mit Schichtarbeit und Teilzeitkräften entwickelt wurde. Diese Variante ermöglicht es, die Leistung von Cloud PCs kostengünstig auf mehr Benutzer auszuweiten, die nur für begrenzte Zeit auf eine Windows-Umgebung zugreifen müssen.
Unterschiede zu Enterprise und Business
Windows 365 Frontline unterscheidet sich grundlegend von den anderen Editionen durch sein einzigartiges Lizenzmodell und Betriebskonzept:
Im Vergleich zu Windows 365 Enterprise, das für Mitarbeitende mit ständigem Zugriffsbedarf konzipiert ist, richtet sich Frontline an Benutzer, die nur während ihrer Arbeitszeit auf einen Cloud PC zugreifen müssen. Der wesentliche Unterschied liegt im Power On/Off-Mechanismus: Während Enterprise-Cloud PCs kontinuierlich laufen, werden Frontline-Cloud PCs automatisch außerhalb der Arbeitszeiten heruntergefahren und bei Bedarf wieder hochgefahren.
Allerdings teilt Frontline mit Enterprise die umfassenden Verwaltungsfunktionen durch Microsoft Intune, während Windows 365 Business diese nicht bietet. Folgende zentrale Unterschiede sind hervorzuheben:
- Lizenzmodell: Enterprise und Business haben eine 1:1-Zuordnung von Lizenzen zu Benutzern, während bei Frontline eine Lizenz von mehreren Benutzern (nicht gleichzeitig) genutzt werden kann
- Verwaltungsfunktionen: Sowohl Frontline als auch Enterprise unterstützen Intune-Funktionen und Gruppenrichtlinien, Business hingegen nicht
- Sicherheitsbaselines: Frontline und Enterprise verfügen über dedizierte Sicherheitsbaselines
Zielgruppe: Schichtarbeiter und Teilzeitkräfte
Windows 365 Frontline wurde speziell für Organisationen entwickelt, in denen Mitarbeitende und Auftragnehmer nur zeitlich begrenzt auf Cloud PCs zugreifen müssen. Die primären Zielgruppen umfassen:
- Callcenter-Mitarbeiter, die in Schichten arbeiten
- Pflegepersonal in Krankenhäusern
- Einzelhandelsmitarbeiter
- Zeitarbeiter und externe Berater
- Mitarbeiter in der Fertigung und Produktion
Dadurch eignet sich Windows 365 Frontline für Unternehmen jeder Größe, die ihre Kosten optimieren möchten. Besonders vorteilhaft ist dies für Szenarien, in denen Mitarbeiter nicht rund um die Uhr einen PC benötigen, sondern nur während ihrer vereinbarten Arbeitszeiten.
Das System wurde zudem darauf ausgerichtet, Arbeitsplatz-Sharing effizienter zu gestalten. Anstatt physische PCs zu teilen, ermöglicht Windows 365 Frontline jedem Benutzer den Zugriff auf eine eigene sichere Windows-Umgebung von jedem beliebigen Gerät aus.
Technische Basis: Cloud PC Infrastruktur
Die Windows 365 Frontline-Lizenz kann auf zwei verschiedene Arten bereitgestellt werden, die unterschiedliche Anforderungen abdecken:
1. Dedizierter Modus: In diesem Modus kann eine einzelne Lizenz mit bis zu drei Benutzern geteilt werden. Jeder Benutzer erhält seinen eigenen personalisierten Cloud PC, wobei jeweils nur einer der drei Cloud PCs gleichzeitig eine aktive Sitzung haben kann. Persönliche Einstellungen bleiben beim erneuten Anmelden erhalten, was diesen Modus ideal für Schichtarbeiter mit festen Arbeitszeiten macht.
2. Gemeinsam genutzter Modus: Hier erstellt eine Lizenz einen gemeinsamen Cloud PC, auf den eine beliebige Anzahl zugewiesener Benutzer nacheinander zugreifen kann. Nach jeder Abmeldung werden die Benutzerdaten gelöscht und der PC für den nächsten Benutzer zurückgesetzt, was diesen Modus besonders für temporäre Mitarbeiter oder gelegentliche Nutzung geeignet macht.
Der Zugriff auf Windows 365 Frontline erfolgt entweder über den Webbrowser oder die Windows App. Nach Abschluss einer Schicht oder Arbeitssitzung melden sich die Mitarbeiter ab, wodurch der Cloud PC automatisch für den nächsten Mitarbeiter verfügbar wird.
Außerdem hat Microsoft intelligente Lösungen implementiert, um sicherzustellen, dass die Cloud PCs schnell hochfahren. Beispielsweise werden die Frontline Cloud PCs vor dem Herunterfahren neu gestartet, um sicherzustellen, dass keine Updates ausstehen, die den nächsten Anmeldevorgang verzögern könnten.
Funktionsweise und Lizenzmodell
Das Herzstück von Windows 365 Frontline ist sein einzigartiges Funktionsprinzip, das eine kosteneffiziente Nutzung von Cloud PCs durch mehrere Mitarbeiter ermöglicht. Im Vergleich zu herkömmlichen Cloud PC-Lösungen verwendet Frontline einen dynamischen Ansatz, der Lizenzen und Ressourcen je nach aktuellem Bedarf zuweist.
Power On/Off Mechanismus
Der automatische Power On/Off Mechanismus ist ein zentrales Element von Windows 365 Frontline. Wenn sich ein Mitarbeiter an einem Frontline Cloud PC anmeldet, wird dieser automatisch hochgefahren, und eine Lizenz wird aus dem gemeinsamen Lizenzpool entnommen. Sobald der Benutzer sich abmeldet, wird der Cloud PC heruntergefahren und die Lizenz wird in den Lizenzpool zurückgegeben, wodurch sie für andere Benutzer verfügbar wird.
Besonders zu beachten ist, dass Windows 365 Frontline nach zwei Stunden Inaktivität automatisch eine Trennung der Verbindung vornimmt. Nach der Abmeldung des Benutzers bleibt der Cloud PC allerdings noch für zwei Stunden eingeschaltet. Falls der Benutzer in diesem Zeitraum eine erneute Verbindung herstellen möchte, entspricht die Verbindungszeit der eines Windows 365 Enterprise Cloud PCs.
IT-Administratoren können den Stromzustand der Frontline Cloud PCs auch manuell steuern. Über das Microsoft Intune Portal stehen spezielle Fernaktionen zur Verfügung, mit denen Administratoren Frontline Cloud PCs individuell oder in Gruppen ein- und ausschalten können. Diese Funktionen sind ausschließlich für Windows 365 Frontline verfügbar und ergänzen die automatische Verwaltung.
Lizenzpool und gleichzeitige Nutzung
Im Gegensatz zu traditionellen Lizenzen basiert die Lizenzstruktur von Windows 365 Frontline auf gebündelten Lizenzen, die auf Mandantenebene und nicht direkt einzelnen Benutzern zugewiesen werden. Die Lizenzzuweisung wird über die Frontline Cloud PC-Bereitstellungsrichtlinie verfolgt, und der Bericht über gleichzeitige Frontline Cloud PC-Verbindungen dient als Indikator für die Lizenznutzung.
Die maximale Anzahl aktiver Windows 365 Frontline Cloud PC-Sitzungen in einer Organisation entspricht dabei der Anzahl der erworbenen Windows 365 Frontline-Lizenzen. Wenn beispielsweise 10 Lizenzen erworben wurden, können im dedizierten Modus bis zu 30 Cloud PCs bereitgestellt werden, wobei zu einem bestimmten Zeitpunkt maximal 10 dieser Cloud PCs aktiv sein können.
Darüber hinaus existiert ein Puffer für gleichzeitige Nutzung, der es ermöglicht, das Maximum in begrenztem Umfang zu überschreiten. Diese Funktion ist besonders hilfreich bei Schichtwechseln, wenn kurzzeitig mehr Benutzer gleichzeitig aktiv sein könnten. Allerdings gilt dieser Puffer nicht für den gemeinsam genutzten Modus.
Vergleich: Windows 365 Enterprise vs. Frontline Lizenzmodell
Der Unterschied zwischen dem traditionellen Windows 365 Enterprise und dem Frontline-Lizenzmodell wird bei einem direkten Kostenvergleich deutlich:
Das traditionelle Windows 365 Enterprise-Lizenzmodell basiert darauf, dass jeder Benutzer eine eigene Windows 365-Lizenz hat, die ihm einen persönlichen PC in der Cloud gewährt, der rund um die Uhr verfügbar ist. Bei drei Schichten mit jeweils 10 Mitarbeitern werden insgesamt 30 traditionelle Windows 365-Lizenzen benötigt. Bei einem durchschnittlichen Preis von ca. 75€ pro Benutzer/Monat entstehen Kosten von 2.250€ pro Monat.
Windows 365 Frontline hingegen führt ein Lizenzmodell ein, bei dem eine einzelne Lizenz bis zu drei persönliche Cloud PCs unterstützt, die von beliebigen Mitarbeitern genutzt werden können, solange nur ein Mitarbeiter pro Lizenz gleichzeitig aktiv ist. Im gleichen Szenario würden nur 10 Windows 365 Frontline-Lizenzen benötigt, was bei einem Preis von ca. 113€ pro Lizenz/Monat Kosten von insgesamt 1.130€ pro Monat bedeutet.
Dies entspricht einer monatlichen Einsparung von mehr als 1.100€ oder 50% der Kosten. Besonders für größere Organisationen mit Schichtbetrieb oder Teilzeitkräften kann dieser Unterschied erhebliche jährliche Einsparungen bedeuten.
Zusätzlich zum reinen Kostenvorteil bietet das Frontline-Modell auch mehr Flexibilität bei der Verwaltung. Während bei Enterprise jede Lizenz fest einem Benutzer zugeordnet ist, können bei Frontline mehrere Benutzer auf einen Lizenzpool zugreifen, wodurch die Ressourcennutzung optimiert wird.
Verwaltung und Konfiguration in Intune
Die Einrichtung und Verwaltung von Windows 365 Frontline erfolgt hauptsächlich über das Microsoft Intune Admin Center. Im Gegensatz zu anderen Cloud PC-Lösungen erfordert die Konfiguration von Frontline spezielle Einstellungen für die gemeinsame Nutzung von Lizenzen und die Verwaltung der Cloud PCs.
Erstellen von Sicherheitsgruppen
Die Grundlage für die effiziente Verwaltung von Windows 365 Frontline bilden Microsoft Entra ID Sicherheitsgruppen. Diese ermöglichen die automatische Zuweisung von Lizenzen, Richtlinien und Berechtigungen. Für Frontline-Implementierungen gibt es verschiedene Gruppentypen:
Dynamische Sicherheitsgruppen eignen sich besonders gut für Frontline-Einsätze, da sie Benutzer automatisch basierend auf bestimmten Attributen wie Abteilung oder Standort hinzufügen oder entfernen. Die Anzahl dynamischer Sicherheitsgruppen ist allerdings auf 5.000 Gruppen begrenzt. Für die manuelle Verwaltung von Benutzerzugriffen ohne automatische Zuweisung können alternativ statische Sicherheitsgruppen oder Verteilerlisten verwendet werden.
Um eine Sicherheitsgruppe für Windows 365 Frontline zu erstellen, öffnen Sie zunächst https://intune.microsoft.com und wählen im linken Bereich "Gruppen" aus. Anschließend erstellen Sie eine neue Microsoft Entra ID Sicherheitsgruppe für die Windows 365 Frontline Benutzer. Die Gruppe kann sowohl auf direkter als auch auf dynamischer Mitgliedschaft basieren.
Besonders nützlich für Frontline Shared Cloud PCs ist die Möglichkeit, dynamische Gerätegruppen basierend auf dem Gerätemodell zu erstellen. Mit der Abfrage (device.deviceModel -startsWith "Cloud PC Frontline Shared") können alle Frontline Shared Cloud PCs in einer Gruppe zusammengefasst werden.
Provisioning-Policy für Frontline PCs
Nach der Erstellung der Sicherheitsgruppen ist der nächste Schritt die Konfiguration einer Bereitstellungsrichtlinie für Frontline Cloud PCs. Hierfür wählen Sie im Intune Admin Center "Geräte" | "Windows 365" | "Bereitstellungsrichtlinien" und erstellen eine neue Richtlinie.
Bei der Erstellung müssen Sie zunächst "Frontline" als Lizenztyp auswählen. Seit der Einführung des Shared-Modus gibt es nun zwei Optionen für den Frontline-Typ: "Dedicated" (der traditionelle Frontline-Modus) und "Shared" (für die gemeinsame Nutzung mit Zurücksetzung nach jeder Sitzung).
Im nächsten Schritt wählen Sie den Join-Typ ("Microsoft Entra Join") und das Netzwerk aus. Für die meisten Umgebungen empfiehlt sich die Option "Microsoft Hosted Network" mit einer geeigneten geografischen Region. Anschließend definieren Sie das zu verwendende Windows-Image und konfigurieren zusätzliche Einstellungen wie Sprache und Region.
Für Windows 365 Frontline im Shared-Modus müssen Sie zusätzlich einen benutzerfreundlichen Namen angeben. Dieser wird den Benutzern im Windows-App angezeigt und ersetzt den technischen Namen der Bereitstellungsrichtlinie.
Zuweisung von Lizenzen und Namenskonventionen
Bei Windows 365 Frontline werden Lizenzen nicht direkt einzelnen Benutzern zugewiesen, sondern dem Mandanten. Die Lizenzzuweisung erfolgt durch Auswahl einer Microsoft Entra-Gruppe während der Erstellung von Bereitstellungsrichtlinien.
Beim Zuweisen der Bereitstellungsrichtlinie zu einer Gruppe müssen Sie für jede Gruppe eine Cloud PC-Größe auswählen. Falls mehr Benutzer in der Microsoft Entra-Benutzergruppe vorhanden sind als Cloud PCs für die ausgewählte Größe verfügbar, erhalten möglicherweise nicht alle Benutzer einen Cloud PC.
Ein wichtiger Aspekt bei der Konfiguration ist die Namenskonvention für Cloud PCs. Durch Aktivieren der Option "Gerätenamenvorlage anwenden" können Sie eine einheitliche Benennung aller über diese Richtlinie bereitgestellten Cloud PCs sicherstellen. Dabei gelten unterschiedliche Regeln je nach Frontline-Modus:
- Im dedizierten Modus müssen Namen zwischen 5 und 15 Zeichen lang sein und können Buchstaben, Zahlen und Bindestriche enthalten.
- Im gemeinsam genutzten Modus müssen Namen genau 15 Zeichen lang sein, wobei das Präfix maximal 7 Zeichen betragen darf.
In beiden Fällen ist die Verwendung des %RAND:Y%-Makros erforderlich, um eine zufällige Zeichenfolge hinzuzufügen. Im dedizierten Modus muss Y mindestens 5 betragen, im gemeinsam genutzten Modus mindestens 8.
Optimierung und Überwachung
Die effektive Optimierung und Überwachung von Windows 365 Frontline Cloud PCs ist entscheidend für einen reibungslosen Betrieb in Umgebungen mit Schichtarbeit. Mit den richtigen Einstellungen und Überwachungsmaßnahmen können Administratoren sicherstellen, dass Lizenzen optimal genutzt werden und Benutzer stets einen funktionsfähigen Cloud PC vorfinden.
Sitzungszeitbegrenzung konfigurieren
Sitzungszeitbegrenzungen definieren, wie lange Benutzer inaktiv sein können, bevor sie automatisch von ihrer Windows 365 Frontline Cloud PC-Sitzung abgemeldet werden. Es gibt zwei Arten von Zeitbegrenzungen:
- Zeitlimits für aktive, aber inaktive Remote Desktop Services-Sitzungen
- Zeitlimits für getrennte Sitzungen
Diese Begrenzungen schützen nicht nur sensible Unternehmensdaten, sondern stellen auch sicher, dass ein vergessenes Abmelden nicht andere Benutzer daran hindert, auf ihre Frontline Cloud PCs zuzugreifen, wenn das maximale Sitzungslimit erreicht wurde.
Um Leerlaufsitzungslimits zu konfigurieren, führen Administratoren folgende Schritte im Microsoft Intune Admin Center aus:
- Anmelden am Microsoft Intune Admin Center
- Auswahl von Geräte > Konfiguration > Erstellen > Neue Richtlinie
- Plattform "Windows 10 und höher" sowie Profiltyp "Einstellungskatalog" wählen
- Nach "Sitzungszeitlimits" suchen
- "Zeitlimit für aktive, aber inaktive Remote Desktop Services-Sitzung festlegen" aktivieren
- Eine Zeitbegrenzung auswählen, die den Compliance-Anforderungen des Unternehmens entspricht
Analog dazu können auch Zeitlimits für getrennte Sitzungen konfiguriert werden, wodurch Benutzer nach einer bestimmten Zeit der Trennung automatisch abgemeldet werden. Dies verhindert, dass eine lizenzierte Sitzung unnötig lange belegt bleibt.
Windows Update für Frontline PCs
Windows 365 Frontline Cloud PCs nutzen spezielle Windows Update-Richtlinien, um sicherzustellen, dass Cloud PCs nicht während der aktiven Nutzung für Windows Update neu gestartet werden. Folgende Update-Konfigurationen werden für Frontline Cloud PCs empfohlen:
- Microsoft-Produktupdates: Zulassen
- Windows-Treiber: Zulassen
- Zurückstellungszeitraum für Qualitätsupdates: 9 Tage
- Verzögerungszeitraum für Featureupdates: 0 Tage
- Verhalten automatischer Updates: Automatische Installation und Neustart zum Wartungszeitpunkt
- Option zum Anhalten von Updates: Deaktivieren
- Benachrichtigungen zur Update-Stufe: Alle Benachrichtigungen deaktivieren
Besonders bemerkenswert ist die automatische Synchronisierung von Updates für Frontline Cloud PCs im dedizierten Modus, die sieben Tage lang nicht verbunden wurden. Der Windows 365-Dienst schaltet diese PCs automatisch ein und:
- Synchronisiert den Cloud PC mit dem Windows Update-Dienst
- Führt den Windows Update-Prozess unter Berücksichtigung der konfigurierten Richtlinien aus
- Hält den Cloud PC zwei Stunden lang eingeschaltet, um die Installation abzuschließen
- Prüft auf ausstehende Neustarts und führt diese durch, bevor der PC ausgeschaltet wird
Diese Funktion stellt sicher, dass Benutzer beim nächsten Anmelden einen aktualisierten und einsatzbereiten Cloud PC vorfinden, ohne durch Updates verzögert zu werden.
Überwachung gleichzeitiger Verbindungen
Windows 365 Frontline im dedizierten Modus verfügt über einen Puffer für gleichzeitige Verbindungen, der es einem Mandanten ermöglicht, vorübergehend das maximale Limit für gleichzeitige Windows 365 Frontline Cloud PC-Sitzungen zu überschreiten.
Dieser Puffer ist besonders nützlich bei Schichtwechseln, wenn ein vorheriger Mitarbeiter möglicherweise etwas abschließen muss, bevor er sich abmeldet, oder ein neuer Mitarbeiter einige Minuten früher beginnen möchte. Der Puffer kann bis zu viermal täglich für jeweils maximal eine Stunde genutzt werden.
Allerdings wird die übermäßige Nutzung des Puffers vorübergehend blockiert. Eine vorübergehende Sperrung tritt ein, wenn der Puffer zu häufig verwendet wird, und verhindert seine weitere Nutzung für die nächsten 48 Stunden. Wird der Mandant innerhalb von sieben Tagen mehr als zweimal vorübergehend gesperrt, wird er dauerhaft von der Nutzung des Puffers ausgeschlossen.
Zur Überwachung der gleichzeitigen Frontline Cloud PC-Verbindungen steht im Microsoft Intune Admin Center ein spezieller Bericht zur Verfügung:
- Zu https://intune.microsoft.com navigieren
- Geräte > Cloud PC-Leistung (Vorschau) auswählen
- Unter "Verbundene Frontline Cloud PCs (Vorschau)" auf "Bericht anzeigen" klicken
Dieser Bericht hilft IT-Administratoren dabei, zu entscheiden, ob weitere Lizenzen erworben werden müssen, um sicherzustellen, dass Endbenutzer nicht von der Nutzung ihrer Windows 365 Frontline Cloud PCs ausgeschlossen werden.
Anwendungsfälle und Vorteile
Zahlreiche Branchen profitieren von den flexiblen Cloud PC-Lösungen, die Windows 365 Frontline bietet. Dieser spezialisierte Dienst wurde entwickelt, um Organisationen mit wechselnden Arbeitszeiten oder Teilzeitkräften eine kosteneffiziente Alternative zu herkömmlichen 1:1-Lizenzen zu bieten.
Callcenter und Gesundheitswesen
In Callcentern mit Schichtbetrieb ermöglicht Windows 365 Frontline jedem Agenten eine persönliche und konsistente Windows-Desktop-Umgebung. Besonders wertvoll ist hierbei der integrierte Puffer für gleichzeitige Verbindungen, der einen reibungslosen Schichtwechsel unterstützt. Beispielsweise können drei Callcenter-Mitarbeiter, die Morgen-, Nachmittags- und Nachtschichten abdecken, jeweils ihren eigenen Cloud PC nutzen, während nur eine einzige Frontline-Lizenz benötigt wird.
Im Gesundheitswesen, das in den USA etwa 14,7 Millionen Menschen beschäftigt (9,3% der Gesamtbelegschaft), können Windows 365 Frontline Cloud PCs die Kommunikation und Patientenversorgung erheblich verbessern. Angesichts der Tatsache, dass 80% der schwerwiegenden medizinischen Fehler auf Kommunikationsprobleme während der Patientenübergabe zurückzuführen sind, bietet die konsistente Cloud PC-Umgebung eine zuverlässigere Plattform für den Informationsaustausch. Außerdem ermöglichen die Cloud PCs den Zugriff auf aktuelle Protokolle und Patientendaten von jedem Gerät aus, was besonders in einem Sektor wichtig ist, in dem bis 2028 ein Mangel von etwa 100.000 Fachkräften erwartet wird.
Temporäre Mitarbeiter und Berater
Für Unternehmen, die temporäre Mitarbeiter einsetzen, reduziert Windows 365 Frontline den Onboarding-Prozess von typischerweise fünf Tagen in lokalen VDI-Umgebungen auf wenige Stunden. Dies ist besonders wertvoll, da temporäre Arbeitskräfte oft schnell einsatzbereit sein müssen.
Darüber hinaus schließt Windows 365 Frontline Sicherheitslücken, indem es eine geschützte Windows-Umgebung auf privaten Geräten von Zeitarbeitskräften bereitstellt. Die Lösung unterstützt BYOPC-Szenarien (Bring Your Own PC), wodurch Mitarbeiter nicht durch die Beschränkungen der gemeinsamen Nutzung physischer Geräte vor Ort eingeschränkt sind.
Die Skalierbarkeit ist ein weiterer Vorteil – Cloud PCs können mit wenigen Schritten eingerichtet werden, selbst mehrere Tausend auf einmal. Diese Flexibilität macht Windows 365 Frontline ideal für Projekte mit schwankender Personalstärke.
Kosteneffizienz durch Lizenz-Sharing
Die meisten Unternehmen, die Windows 365 Frontline einführen, sollten nur Lizenzen für etwa ein Drittel ihrer tatsächlichen Belegschaft einplanen. Bei neun Benutzern, von denen nur drei gleichzeitig arbeiten, werden beispielsweise nur drei Frontline-Lizenzen benötigt.
Tatsächlich können Unternehmen mit dem dedizierten Modus der Windows 365 Frontline-Lizenz bis zu dreimal so viele Cloud PCs bereitstellen wie Lizenzen vorhanden sind. Mit 100 Frontline-Lizenzen könnten beispielsweise 300 Cloud PCs bereitgestellt werden, wobei jedoch maximal 100 aktive Sitzungen gleichzeitig stattfinden können.
Diese Lizenzoptimierung ist besonders vorteilhaft für Unternehmen mit Teams in verschiedenen Zeitzonen. Die Lizenzen können basierend auf der Zeitzone optimiert werden, was nahtlose Übergänge ermöglicht, wenn eine Gruppe von Benutzern sich abmeldet und eine andere sich anmeldet.
Laufzeit: 365 Tage
Windows 365 Frontline
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